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Marx Möller - Alt-Berlin

Kaiser-Wilhelm-Straße, Berlin, 1899 (wikipedia)

Zum elften Dezember 2010

Im großen, hastenden Berlin.
Da ist ein ewiges Lärmen;
Mit Klingeln. Rattern. Fauchen ziehn
Die Wagen da in Schwärmen;


Da kommt kaum in der Nacht zur Ruh
Das tosende Gejage;
Da hört nicht einer lauschend zu
Dem Singen der Frau Sage.


Was gälte auch an solchem Ort
Der Sage Art und Name!
Doch überall gellt da das Wort
Der Dirne, der Reklame.


Die alle Straßengänger lockt.
Die Alle blöd' bestaunen. — — —
Nur wo das Wogen ebbt und stockt.
Hörst du die Sage raunen!


Das ist in Winkeln dämmermatt.
In Höfen und in Gassen,
Wo aller Schein und Hall der Stadt
Verklingen muß und blassen;


Wo weiche Schatten hin und her
Vom Tor zum Giebel weben;
Wo alte Namen, ruhmesschwer.
Den Wänden Würde geben;


Wo Urgroßväterzeitenruhm
Den Rost und Staub laßt blinken;
Wo schlürfendes Philistertum
Sacht drückt aul Kupferklinken;


Wo überall man Katzen sieht!
Da singt an jedem Tage
Ihr altes alt-berliner Lied
Im Dämmerlicht Frau Sage.


aus: St. Niclas, Eine Deutsche Weihnachtsgabe, 1912, Albert Bonnier Verlag, Leipzig (ohne die Bilder des Malers Bruno Bielefeld aus urheberrechtlichen Gründen)


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Albert Möser - An den Tod

An den Tod.
Im Lärm des Tages sind sie starr befangen:
Seht an die Jagd, die stürmisch-ruhelose,
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Ein Jeder ringt, daß er, was nützt, erlose,
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Genuß! heißt ihr Begehren,
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Um’s irdische Sein sich zäh’ und gier’gen Dranges;
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Pierre Louys - Rosen in der Nacht

ROSEN IN DER NACHT


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mit dem Duft der Rosen in der Nacht. Wie
kam es nur, daß ich damals, als ich allein war,
mich nicht davon berauscht gefühlt.

Aus: Pierre Louys, Lieder der Bilitis, Übertragen von Richard Hübner, J. Zeitler Verlag, Leipzig, 1901. Illustration von George Barbier

Edgar Steiger - Nächtlicher Ritt

Edgar Steiger - Nächtlicher Ritt


Ich bin der Sturm, der über dich braust,
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Auf meinen bebenden Armen.
Aus deinen Haaren küss' ich den Tau,
Und fühle ein wildes Erwarmen.

Warm über die zuckenden Glieder rinnt
Der rieselnde Mainachtsregen,
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Und wärst du der Teufel und wärst du der Tod,
Ich will dich umschlingen und pressen
Und das lachende Glück und die wimmernde Not
Und die eigene Seele vergessen.


Aus: Chorus eroticus, Neue deutsche Liebesgedichte, Herausgegeben von Karl Lerbs, Rainer Wunderlich Verlag, Leipzig, 1921