Donnerstag, 29. Oktober 2009

Francisca Stoecklin

Venus


O Tag der Gnade,
Sieg des frühlinghaften Glänzens!
Da sich das Meer
in dich hineingeliebt,
die schlankste Welle
deine Anmutslinie zog.
Und dann ihr kluges Spiel
auf ewige Zeit
in deine Adern sang,
damit du sein Geheimnis
großen Liebenden erhältst.

Ihr Priesterinnen,
die in Venus Zeichen flammt,
fühlt oft die Sehnsucht
schmerzend nach dem Meere,
und in den höchsten Liebesfesten
Tod und Todesangst.

Du aber Göttin
schwebst unsterblich,
lächelnd über allem -
und mit bestrickender Gebärde
hält deine Hand
die rosige Muschel
des Verschenkens.
Himmel und Qualen
der Jahrtausende!


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Illustration: Sandro Botticelli - Venus - detail

Montag, 26. Oktober 2009

Frauengestalten - Rosamunde - Johann Georg Fischer

Zur Geschichte von Rosamunde:

Frauengestalten aus: Den deutschen Frauen, Gedichte von J. G. Fischer, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart, 1869 - Rosamunde 

Alboin, Langobardenkönig 566–573, Sohn des Audoin und der Rodelinda; seine Geschichte ist durch die von Paul, dem Sohne Warnefrieds, uns überlieferte langobardische Heldensage noch mehr verhüllt als geschmückt. Schon in den pannonischen Sitzen der Langobarden (seit 526) zeichnete er sich wiederholt unter der Regierung seines Vaters in den blutigen Kämpfen mit den Gepiden aus: als König vernichtete er im Bunde mit den Avaren im J. 567 in blutiger Schlacht den größten Theil des gepidischen Volksheeres und zwang den Rest zur Unterwerfung; er hatte den Gepidenkönig Kunimund mit eigener Hand erschlagen, sich aus dessen Schädel eine Trinkschale fertigen lassen und dessen Tochter Rosimunda zum Weibe genommen (da seine erste Gattin Chlodosvintha, die Tochter des Frankenkönigs Chlothachar, gestorben war). So die Sage. In dem Kampf gegen die Ostgothen (550) hatten die Langobarden den großen Feldherrn Narses durch auserlesene Hülfstruppen unterstützt; nach dem Sturze dieses Staatsmannes und seiner Abberufung aus Italien beschloß A. sein Volk in dies reizvolle und meisterlose Land zu führen; daß ihn Narses selbst aus Rache nach Italien geladen habe, ist unglaubhafte Sage. Im April des Jahres 568 zog das Langobardenvolk, verstärkt durch 20000 stammverwandte Sachsen, nach Venetien, Pannonien den Avaren überlassend; A. übertrug das wichtige Grenzherzogthum Friaul mit der Hauptstadt Cividale seinem Neffen Gisulf, der hier auserlesene Geschlechter des Volkes ansiedelte. Der König eroberte nun Vicenza, Verona und die meisten Städte Venetiens, im J. 569 Mailand und alle Binnenstädte Liguriens – Pavia jedoch erst nach dreijähriger Belagerung (572) – sowie Tusciens, ausgenommen Rom, Ravenna und einige Küstenstädte. Obwol A. Arianer war und zahlreiche Heiden langobardischen und anderen Stammes in seinem Volksheere mitführte, schonte er doch vielfach die katholische Kirche, welche seine Nachfolger häufig bedrückten. Wie viel von den Einrichtungen des Reiches auf dessen Begründer zurückzuführen, ist nicht mehr zu ermitteln, jedenfalls aber die Eintheilung in Herzogthümer (ducatus). Uebrigens trat A. als Eroberer auf, enthielt sich der romanisirenden Neigungen der ostgothischen Könige und entzog ohne geregelte Landtheilung den Römern in den occupirten Gebieten den Grundbesitz zu Gunsten der langobardischen Geschlechter (farae). Er wurde der Sage nach auf Anstiften seiner Königin Rosimunde, welche er im Rausch gezwungen hatte, aus ihres Vaters Schädelsschale zu trinken, ermordet; sein Grab unter den Stufen seiner Palasttreppe zu Pavia war noch in den Tagen Karls des Großen unversehrt zu sehen gewesen und die Heldensage seines Volkes hatte ihn nicht vergessen.

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Quelle: Artikel Alboin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), ab Seite 223, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Alboin&oldid=652306 (Version vom 20. Oktober 2009, 10:46 Uhr UTC)
Illustration: Charles Landseer – Assassination of Alboin, King of the Lombards

Sonntag, 25. Oktober 2009

Frauengestalten - Cleopatra - Johann Georg Fischer


Gedichte über Frauengestalten von Johann Georg Fischer, der gestern seinen 193. Geburtstag feierte. 
25. Oktober 1816, Groß-Süßen, Württemberg -  4. Mai 1897, Stuttgart

Frauengestalten aus: Den deutschen Frauen, Gedichte von J. G. Fischer, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart, 1869 - Cleopatra


Kleopatra VII. Philopator (* 69 v. Chr.; † 12. August 30 v. Chr. in Alexandria) herrschte als letzte Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches und zugleich als letzter weiblicher Pharao von 51 v. Chr. bis 30 v. Chr. In den ersten vier Jahren regierte sie zunächst gemeinsam mit ihrem Bruder Ptolemaios XIII., der 47 v. Chr. im Alter von 14 Jahren verstarb, später mit anderen männlichen Mitregenten, da unter der Garantie Roms gesetzliche Regelungen eine Doppelbesetzung des Thrones vorsahen. Von den Königinnen gleichen Namens ist Kleopatra VII. die bekannteste.
Sie wollte ihr Reich konsolidieren und ausbauen, konnte dieses Ziel aber nicht gegen die Weltmacht Rom durchsetzen. Daher gewann sie die beiden mächtigsten Römer ihrer Zeit, zuerst Gaius Iulius Caesar und nach dessen Ermordung Marcus Antonius, zu Geliebten und konnte mit deren Hilfe für einige Zeit die Machtstellung des Ptolemäerreichs deutlich erhöhen. Antonius’ Niederlage gegen den späteren Kaiser Augustus bedeutete das Ende ihrer Herrschaft. Sie und Antonius verübten Selbstmord und Ägypten wurde zur römischen Provinz.
Das Liebesdrama von Antonius und Kleopatra, das Verhältnis der ägyptischen Königin zu Caesar sowie die mysteriösen Umstände ihres Todes beflügelten die Fantasie der Menschen seit der Antike und inspirierten zahlreiche bedeutende Schriftsteller, Komponisten, Maler und seit dem 20. Jahrhundert auch Filmproduzenten. Als literarisches Hauptwerk zu diesem Thema gilt die Tragödie Antonius und Cleopatra (um 1606/07) von William Shakespeare.


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Quelle: Artikel Kleopatra VII in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2. Oktober 2009, 23:56 UTC.
URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kleopatra_VII.&oldid=65164645
(Abgerufen: 25. Oktober 2009, 14:02 UTC)
Dieser Artikel (Quellenangabe) basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht seit Juli 2009 unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz – vormals GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Illustration: Jean-Leon Gerome – Cleopatra and Caesar

Frauengestalten - Calpurnia - Johann Georg Fischer

Gedichte über Frauengestalten von Johann Georg Fischer, der heute seinen 193. Geburtstag feierte.
25. Oktober 1816, Groß-Süßen, Württemberg -  4. Mai 1897, Stuttgart

Frauengestalten aus: Den deutschen Frauen, Gedichte von J. G. Fischer, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart, 1869 - Calpurnia


Calpurnia (um 77 v. Chr. in Rom geboren, wo sie auch verstarb) war die dritte oder vierte und letzte Ehefrau des römischen Politikers und Diktators Gaius Iulius Cäsar.

Calpurnia war die Tochter des römischen Senators Lucius Calpurnius Piso Caesoninus. Im April 59 v. Chr. wurde sie zur letzten Ehefrau Caesars, der in diesem Jahr zum ersten Mal das Konsulat bekleidete. Wie in der römischen Oberschicht üblich, diente die Heirat zur Festigung einer politischen Verbindung, die Calpurnias Vater die Wahl zum Konsul für das darauffolgende Jahr erleichterte. Gleichzeitig wurde auch Caesars Tochter Iulia mit dem wesentlich älteren Gnaeus Pompeius Magnus verheiratet, um auch die Beziehungen der beiden damals mächtigsten Männer Roms zu festigen. Dass sich Caesar (statt der von ihm schon lange geliebten, aber 40 Jahre alten Servilia) eine so junge (18-jährige) Frau zur Gattin nahm, dürfte in seinem Wunsch nach einem Sohn und Erben begründet gewesen sein, doch gingen aus der Ehe keine Kinder hervor.
Um eine Tochter des Pompeius heiraten zu können, erwog Caesar 52 v. Chr., sich von Calpurnia scheiden zu lassen, doch kam es nicht so weit.
Es ist nicht bekannt, wie sich Calpurnia über Caesars außereheliche Liebschaft zur ägyptischen Königin Kleopatra VII. äußerte, die seit 46 v. Chr. in einem der Häuser des Diktators in Rom residierte und damit zum Stadtgespräch wurde.
Calpurnia hatte in der Nacht vor den Iden des März 44 v. Chr. einen Albtraum, in dem sie den Tod ihres Gatten voraussah; sie träumte, dass das Dach ihres Hauses (nach Plutarch der als Zeichen der Ehre auf Senatsbeschluss errichtete Giebel) einstürze und dass Caesar in ihrem Schoß getötet würde. Trotz ihrer Bemühungen gelang es ihr nicht, ihren (nicht abergläubischen) Mann vom Gang zum Senat abzuhalten. Dort wurde er unter der Führung des Brutus und des Cassius ermordet.
Calpurnia übergab kurz danach Caesars Papiere (auch staatliche Akten) und Vermögen an den Konsul Marcus Antonius. Über ihr weiteres Leben ist nichts überliefert. Es wurde die Grabschrift einer Dienerin der Calpurnia gefunden.

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Quelle: Artikel Calpurnia in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. Juli 2009, 08:37 UTC.
URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Calpurnia_(Frau_Caesars)&oldid=62562325
(Abgerufen: 25. Oktober 2009, 08:50 UTC)
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Illustration von Amadeo Modigliani




Freitag, 23. Oktober 2009

Religionsunterricht - Eine gute Tochter (1891)

Eine gute Tochter (1891)


Ein Priester aus Viel-Schnelle
Der sprach einst von der Hölle.
Er meinte, dass es Tag und Nacht
Gar schrecklich prasselt, brummt und kracht.
Er schilderte den Höllenbrand,
Dass jedes Kind ihn wohl verstand.

Des Kohlenhändlers Töchterlein,
Die sprach zum Pfarrer naiv und fein:
»Wenn in der Hölle Tag und Nacht
Das Feuer brennt, dass alles kracht,
Und wenn der Teufel so gut zahlt,
Wie Ihr die Sache ausgemalt,
So sagt ihm, dass er seine Kohlen
Bei meinem Vater möge holen.«

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Samstag, 17. Oktober 2009

Josef Schiller - Die Schranke der Freiheit

Die Schranke der Freiheit (1869)

So wie ein Strom der dunklen Kluft enteilet
Und Segen spendet über Flur und Feld,
So wie der Sturm die dunklen Wolken teilet,
So braust das Wort der Freiheit durch die Welt.

Das Wörtchen »frei« beseelt die schöne Erde,
Denn alles Große fasst dies kleine Wort,
Und nur den Menschen kostet es Beschwerde,
Sie haschen nach dem Worte fort und fort.

Sie kämpfen um das Wort und wenn sie’s haben,
Dann ist es nicht so schön, wie sie gedacht,
Dann sind es nicht die schönen goldnen Gaben,
Wovon sie träumten in vergangner Nacht.

Die Freiheit ist das Höchste hier auf Erden,
Das Beste, was der Mensch sein eigen nennt,
Doch kann die Menschheit dann nur glücklich werden,
Wenn sie die Grenze wahrer Freiheit kennt.

Frei sei der Geist und frei sei der Gedanke,
Doch jeder, der Gedankenfreiheit liebt,
Der muss auch wissen, dass es eine Schranke
Für seinen Willen und sein Handeln gibt.

Doch viele, die hier kämpfen, dulden, ringen,
Sie müssen hilflos oft zu Grunde gehn,
Weil sie die Schranke tollkühn überspringen,
Weil sie das Wörtchen »frei« nicht recht verstehn.

Die Menschen wollen frei und gleich sich nennen,
Die zu einander halten felsenfest,
Und doch will oft der »Herr« den »Knecht« nicht kennen,
Von dem er lebt und den er leben lässt.

Und weil die Menschen in dem Irrtum leben,
Dass einer mehr als wie der andre sei,
Und da sie stets in diesem Glauben schweben,
So werden auch die Menschen nicht recht frei.

Wir müssen alle um die Freiheit ringen
Und müssen uns von Stolz und Neid befrei’n,
Dann wird der Kampf, dann wird der Sieg gelingen,
Dann wird die goldne Freiheit unser sein.

Drum kämpfet von der Wiege bis zum Grabe
Stets auf der Bahn der Freiheit, werdet frei,
Und führt euch auch der Weg zum Bettelstabe,
So wanket nicht und bleibt der Sache treu.

Lernt, frei von Stolz, für wahre Freiheit streiten,
Durch Menschenliebe bringt der Menschheit Licht,
Und wollt ihr nie die Grenze überschreiten,
So haltet fest an Ehre, Recht und Pflicht.

Doch wollt ihr euch ein andres Ziel erstreben,
Und seid ihr für die wahre Freiheit blind,
Wollt ihr nicht menschlich unter Menschen leben,
So geht dorthin, wo keine Menschen sind.

Denn jene Bande, die uns Menschen binden,
So lang es Menschen gibt, bestehen sie,
Ihr werdet sie auf allen Wegen finden,
Kämpft gegen sie, die Bande schwinden nie.

Stürzt alles nieder, tretet es mit Füßen,
Glaubt, was ihr wollt, stürzt jede Obrigkeit,
Ihr werdet dennoch nicht das Glück genießen,
Dass ihr ganz frei und ungebunden seid.

Und schlügt ihr auch die halbe Welt in Trümmer,
Ja, wenn ihr selbst das Edelste verletzt,
Der Freiheit Schranke stürzt ihr nie und nimmer,
Denn diese Schranke heißt Naturgesetz.

Freitag, 16. Oktober 2009

Schiller Seff - »An meine persönlichen Feinde«

Hört einmal in Süd und Norden,
Teure Feinde, weit und breit!
Hört! Ich bin ein Mann geworden,
Denn ich trug die schweren Orden:
Kerker, Undank, Hass und Neid.

Weil ich alles stolz ertragen,
Wollt ihr mir nun Böses tun,
Eure Natternblicke sagen:
Hund, wir möchten dich erschlagen,
Denn du bist ein Volkstribun.

Futterkörbe, Futtertröge
Half ich bau’n für Euren Bauch.
Und nun bin ich Euch im Wege,
Und ich steh auch im Gehege
Wie ein alter Dornenstrauch.

Wenn ich sage: Ihr seid Nieten,
Bäumt sich Euer dummer Stolz,
Brüderlein! Ihr mögt Euch hüten,
Denn der Strauch treibt neue Blüten
Und er ist aus zähem Holz —

Eure neidgeschwoll’ne Leber
Malt Euch Flecken ins Gesicht.
Jeder sieht es, Ihr seid Streber,
Ich blieb stets ein armer Weber,
Eure Habsucht hab ich nicht.

Euch beleidigt (ganz natürlich)
Stets mein grader, off’ner Sinn,
Weil ich nicht so fein und zierlich,
Nicht so krämerhaft manierlich,
Geistig aufgeblasen bin.

»Sei verflucht, du alter Säufer«
Ruft Ihr schon so manches Jahr.
Ihr seid Mit- und Überläufer,
Schund- und Plagiatverkäufer
Ich blieb stets ein Proletar.

Ihr von Eurem Phrasenturme
Habt gelästert und geflucht.
Jedem nied’ren Menschenwurme,
Der, gepeitscht vom Schicksalssturme,
In der Kneipe Rettung sucht.

Denn in Kneipen sitzt Gelichter
Alt und jung und Mann und Weib,
Diebe, Dirnen, Denker, Dichter,
Alle trinken wie die Trichter
Und verehren Vater Kneipp.

Und ich habe oft getrunken
Mit so manchem armen Wicht.
Ja, ich bin so tief gesunken.
Doch die größten Haupthalunken
Fand ich in den Kneipen nicht.

Aus so mancher rauen Kehle
Drang in mich der Schrei der Not,
Manche treue, gute Seele
Geht zugrunde, denn Kamele
Treten Perlen in den Kot.

Der Parteien wüstes Tummeln
Und die viele Schwärmerei
Lässt so manchen Geist verbummeln.
Und nur ganz bequeme Hummeln
Werden fett und feig dabei.

Wer fürs arme Volk gesprochen
Tag und Nacht, sein Leben lang,
Bis die Nerven zittern, pochen,
Hämmern an den Schädelknochen,
Der ist sicher matt und krank.

Ich war oft so lebensmüde,
Angstschweiß rann mir von der
Aber nirgends gab es Friede
Und so wie in einer Schmiede
Hämmerte es im Gehirn.

Euch war ‘s ein gefundenes Fressen,
Wenn mein Geist was Gutes fand,
Was ich tat, habt Ihr vergessen,
Denn es fehlte Euch zum Messen
Stets der Maßstab - der Verstand.

Ihr mit Euren Führerrechten
Rutscht ins Parlament hinein
Bettler mögen weiter fechten,
Ich will rote Ruten flechten
Und statt Führer Treiber sein.

Und so lange setzt es Hiebe,
Bis ein neuer, freier Geist,
Bis im nied’ren Volksgetriebe
Brudersinn und Wahrheitsliebe
Wie das Blut im Herzen kreist.

Freitag, 9. Oktober 2009

Kathinka Zitz

KATHINKA ZITZ - FÜR EINEN ÜBERTREIBENDEN DEUTSCHTHÜMLER
 
Deutscher, sei deutscher, als deutsch, dann dringet die wahre Verdeutschung
Dir in das deutsche Geblüt, bleibend mit deutschem Bestand.
Dann läßt durch deutsche Befeindung du nimmer dich feige entdeutschen,
Sinkest dann ganzlich durchdeutscht, einst in's germanische Grab. 

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Samstag, 3. Oktober 2009

Johann Peter Uz - An die lyrische Muse - zu seinem 289. Geburtstag

Johann Peter Uz  (3. Oktober 1720, Ansbach - 12. Mai 1796 in Ansbach) war ein deutscher Dichter. Als ausdruckstarkes Talent des Dichterkreises in Halle/Saale verkörperte Uz die bürgerliche Ausformung der teils höfisch beeinflussten Rokokokultur.










An die lyrische Muse

Wohin, wohin reißt mich die strenge Wuth?
Mich auf der Ode kühnen Flügeln,
Fern von der leisen  Fluth
Am niedern Helikon und jenen Lorbeer-Hügeln?

Ich fliehe stolz der Sterblichen Revier;
Ich eil in unbeflogne Höhen:
Wie keichet hinter mir
Der Vogel Jupiters, beschämt, mir nachzusehen!

In Gegenden, wo mein entzücktes Ohr
Der Sphären Harmonie verwirret,
O Muse! fleug mir vor,
Du, deren freyer Flug oft irrt, nie sich verirret.

Dir folge dir bald bis zur Sonnen hin,
Bald in den ungebahnten Haynen
Mit Libers Priesterinn,
Wo keine Muse gieng und andre Sterne scheinen.

An deiner Hand, wann mich Lyäus ruft,
Was kann den kühnen Dichter schrecken?
In welch entfernter Kluft
Wird meiner Leyer Scherz ein schlafend Echo wecken?

Denn nur von Lust erklingt mein Saitenspiel,
Und nicht von leichenvollem Sande
Von kriegrischem Gewühl
Und vom gekrönten Sieg im blutigen Gewande.

Die Zeit ist hin, da unter stolzer Lust,
Mit Lorbeern, wie ihr Held, bekränzet
Und oft an seiner Brust
Die Muse Nektar trank, durch die er ewig glänzet:

Wie Phosphor glänzt, der um den Morgenthau
Aus Thetis Armen sich entziehet
Und ans gestirnte Blau
Mit heiterm Lächeln tritt und vom Olympe siehet.

Ein Sternenheer, das letzte Chor der Nacht,
Traurt um ihn her in mattem Lichte:
Die muntre Welt erwacht,
Und Schlaf und Schatten fliehn vor seinem Angesichte.

aus: Lyrische und andere Gedichte von J. P. Uz, verlegt bei Johann Jacob Weitbrecht, Buchhändler im Greifswalde, Leipzig, 1756, S. 36ff.

Wilhelm von Chézy - Das Räthsel der schönen Unbekannten

Wilhelm von Chézy - Das Räthsel der schönen Unbekannten. Ein holdes Räthsel soll ich lösen, Und schon ist mir die Deutung klar, Ich weiß...