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Es werden Posts vom Oktober, 2009 angezeigt.

Francisca Stoecklin

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Venus

O Tag der Gnade,
Sieg des frühlinghaften Glänzens!
Da sich das Meer
in dich hineingeliebt,
die schlankste Welle
deine Anmutslinie zog.
Und dann ihr kluges Spiel
auf ewige Zeit
in deine Adern sang,
damit du sein Geheimnis
großen Liebenden erhältst.

Ihr Priesterinnen,
die in Venus Zeichen flammt,
fühlt oft die Sehnsucht
schmerzend nach dem Meere,
und in den höchsten Liebesfesten
Tod und Todesangst.

Du aber Göttin
schwebst unsterblich,
lächelnd über allem -
und mit bestrickender Gebärde
hält deine Hand
die rosige Muschel
des Verschenkens.
Himmel und Qualen
der Jahrtausende!

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Illustration: Sandro Botticelli - Venus - detail

Frauengestalten - Rosamunde - Johann Georg Fischer

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Zur Geschichte von Rosamunde:

Frauengestalten aus: Den deutschen Frauen, Gedichte von J. G. Fischer, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart, 1869 - Rosamunde 

Alboin, Langobardenkönig 566–573, Sohn des Audoin und der Rodelinda; seine Geschichte ist durch die von Paul, dem Sohne Warnefrieds, uns überlieferte langobardische Heldensage noch mehr verhüllt als geschmückt. Schon in den pannonischen Sitzen der Langobarden (seit 526) zeichnete er sich wiederholt unter der Regierung seines Vaters in den blutigen Kämpfen mit den Gepiden aus: als König vernichtete er im Bunde mit den Avaren im J. 567 in blutiger Schlacht den größten Theil des gepidischen Volksheeres und zwang den Rest zur Unterwerfung; er hatte den Gepidenkönig Kunimund mit eigener Hand erschlagen, sich aus dessen Schädel eine Trinkschale fertigen lassen und dessen Tochter Rosimunda zum Weibe genommen (da seine erste Gattin Chlodosvintha, die Tochter des Frankenkönigs Chlothachar, gestorben war). So die Sage. In dem Kampf g…

Frauengestalten - Cleopatra - Johann Georg Fischer

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Gedichte über Frauengestalten von Johann Georg Fischer, der gestern seinen 193. Geburtstag feierte.  25. Oktober 1816, Groß-Süßen, Württemberg -  4. Mai 1897, Stuttgart

Frauengestalten aus: Den deutschen Frauen, Gedichte von J. G. Fischer, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart, 1869 - Cleopatra


Kleopatra VII. Philopator (* 69 v. Chr.; † 12. August 30 v. Chr. in Alexandria) herrschte als letzte Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches und zugleich als letzter weiblicher Pharao von 51 v. Chr. bis 30 v. Chr. In den ersten vier Jahren regierte sie zunächst gemeinsam mit ihrem Bruder Ptolemaios XIII., der 47 v. Chr. im Alter von 14 Jahren verstarb, später mit anderen männlichen Mitregenten, da unter der Garantie Roms gesetzliche Regelungen eine Doppelbesetzung des Thrones vorsahen. Von den Königinnen gleichen Namens ist Kleopatra VII. die bekannteste.
Sie wollte ihr Reich konsolidieren und ausbauen, konnte dieses Ziel aber nicht gegen die Weltmacht Rom durchsetzen. Daher gewann sie die…

Frauengestalten - Calpurnia - Johann Georg Fischer

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Gedichte über Frauengestalten von Johann Georg Fischer, der heute seinen 193. Geburtstag feierte. 25. Oktober 1816, Groß-Süßen, Württemberg -  4. Mai 1897, Stuttgart

Frauengestalten aus: Den deutschen Frauen, Gedichte von J. G. Fischer, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart, 1869 - Calpurnia

Calpurnia (um 77 v. Chr. in Rom geboren, wo sie auch verstarb) war die dritte oder vierte und letzte Ehefrau des römischen Politikers und Diktators Gaius Iulius Cäsar.
Calpurnia war die Tochter des römischen Senators Lucius Calpurnius Piso Caesoninus. Im April 59 v. Chr. wurde sie zur letzten Ehefrau Caesars, der in diesem Jahr zum ersten Mal das Konsulat bekleidete. Wie in der römischen Oberschicht üblich, diente die Heirat zur Festigung einer politischen Verbindung, die Calpurnias Vater die Wahl zum Konsul für das darauffolgende Jahr erleichterte. Gleichzeitig wurde auch Caesars Tochter Iulia mit dem wesentlich älteren Gnaeus Pompeius Magnus verheiratet, um auch die Beziehungen der beiden da…

Religionsunterricht - Eine gute Tochter (1891)

Eine gute Tochter (1891)

Ein Priester aus Viel-Schnelle
Der sprach einst von der Hölle.
Er meinte, dass es Tag und Nacht
Gar schrecklich prasselt, brummt und kracht.
Er schilderte den Höllenbrand,
Dass jedes Kind ihn wohl verstand.

Des Kohlenhändlers Töchterlein,
Die sprach zum Pfarrer naiv und fein:
»Wenn in der Hölle Tag und Nacht
Das Feuer brennt, dass alles kracht,
Und wenn der Teufel so gut zahlt,
Wie Ihr die Sache ausgemalt,
So sagt ihm, dass er seine Kohlen
Bei meinem Vater möge holen.«
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Josef Schiller - Die Schranke der Freiheit

Die Schranke der Freiheit (1869)
So wie ein Strom der dunklen Kluft enteilet
Und Segen spendet über Flur und Feld,
So wie der Sturm die dunklen Wolken teilet,
So braust das Wort der Freiheit durch die Welt.

Das Wörtchen »frei« beseelt die schöne Erde,
Denn alles Große fasst dies kleine Wort,
Und nur den Menschen kostet es Beschwerde,
Sie haschen nach dem Worte fort und fort.

Sie kämpfen um das Wort und wenn sie’s haben,
Dann ist es nicht so schön, wie sie gedacht,
Dann sind es nicht die schönen goldnen Gaben,
Wovon sie träumten in vergangner Nacht.

Die Freiheit ist das Höchste hier auf Erden,
Das Beste, was der Mensch sein eigen nennt,
Doch kann die Menschheit dann nur glücklich werden,
Wenn sie die Grenze wahrer Freiheit kennt.

Frei sei der Geist und frei sei der Gedanke,
Doch jeder, der Gedankenfreiheit liebt,
Der muss auch wissen, dass es eine Schranke
Für seinen Willen und sein Handeln gibt.

Doch viele, die hier kämpfen, dulden, ringen,
Sie müssen hilflos oft zu Grunde gehn,
Weil …

Schiller Seff - »An meine persönlichen Feinde«

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Hört einmal in Süd und Norden,
Teure Feinde, weit und breit!
Hört! Ich bin ein Mann geworden,
Denn ich trug die schweren Orden:
Kerker, Undank, Hass und Neid.

Weil ich alles stolz ertragen,
Wollt ihr mir nun Böses tun,
Eure Natternblicke sagen:
Hund, wir möchten dich erschlagen,
Denn du bist ein Volkstribun.

Futterkörbe, Futtertröge
Half ich bau’n für Euren Bauch.
Und nun bin ich Euch im Wege,
Und ich steh auch im Gehege
Wie ein alter Dornenstrauch.

Wenn ich sage: Ihr seid Nieten,
Bäumt sich Euer dummer Stolz,
Brüderlein! Ihr mögt Euch hüten,
Denn der Strauch treibt neue Blüten
Und er ist aus zähem Holz —

Eure neidgeschwoll’ne Leber
Malt Euch Flecken ins Gesicht.
Jeder sieht es, Ihr seid Streber,
Ich blieb stets ein armer Weber,
Eure Habsucht hab ich nicht.

Euch beleidigt (ganz natürlich)
Stets mein grader, off’ner Sinn,
Weil ich nicht so fein und zierlich,
Nicht so krämerhaft manierlich,
Geistig aufgeblasen bin.

»Sei verflucht, du alter Säufer«
Ruft Ihr schon so manches Jahr.
Ihr sei…

Kathinka Zitz

KATHINKA ZITZ - FÜR EINEN ÜBERTREIBENDEN DEUTSCHTHÜMLER

Deutscher, sei deutscher, als deutsch, dann dringet die wahre Verdeutschung Dir in das deutsche Geblüt, bleibend mit deutschem Bestand.
Dann läßt durch deutsche Befeindung du nimmer dich feige entdeutschen, Sinkest dann ganzlich durchdeutscht, einst in's germanische Grab. 
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Johann Peter Uz - An die lyrische Muse - zu seinem 289. Geburtstag

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Johann Peter Uz  (3. Oktober 1720, Ansbach - 12. Mai 1796 in Ansbach) war ein deutscher Dichter. Als ausdruckstarkes Talent des Dichterkreises in Halle/Saale verkörperte Uz die bürgerliche Ausformung der teils höfisch beeinflussten Rokokokultur.










An die lyrische Muse
Wohin, wohin reißt mich die strenge Wuth?
Mich auf der Ode kühnen Flügeln,
Fern von der leisen  Fluth
Am niedern Helikon und jenen Lorbeer-Hügeln?

Ich fliehe stolz der Sterblichen Revier;
Ich eil in unbeflogne Höhen:
Wie keichet hinter mir
Der Vogel Jupiters, beschämt, mir nachzusehen!

In Gegenden, wo mein entzücktes Ohr
Der Sphären Harmonie verwirret,
O Muse! fleug mir vor,
Du, deren freyer Flug oft irrt, nie sich verirret.

Dir folge dir bald bis zur Sonnen hin,
Bald in den ungebahnten Haynen
Mit Libers Priesterinn,
Wo keine Muse gieng und andre Sterne scheinen.

An deiner Hand, wann mich Lyäus ruft,
Was kann den kühnen Dichter schrecken?
In welch entfernter Kluft
Wird meiner Leyer Scherz ein schlafend Echo wecken?

Denn nur…