Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom November, 2009 angezeigt.

Friedrich Schiller - Der Satyr und meine Muse.

Alexandre Cabanel - Satyr und Nymphe
Ein alter Satyr spukte
Um meine Muse, die
Umherzog und begukte
Durch eine Brille lüstern sie.

Bei Phöbus goldner Fakel,
Bei Lunas bleichem Licht,
Schlich um ihr Tabernakel
Der arme spizgeöhrte Wicht,

Und trillte manches Liedel
Zu ihrer Schöne Preiß,
Und strich auf seiner Fiedel
Wol manche fürchterliche Weis'.

Und seine Augen schwollen
Von Thränen Nüsse groß,
Und seine Seufzer schollen
Wie Lieder von Silenus Roß.

Die Muse saß und spielte
In ihrer Grotte drinn,
Sah grämlich aus, und schielte
Auf Herrn Adonis Boksfuß hin.

Dich garstigen Pedanten!
Wer dich auch küssen soll!
Spielst du nicht den Galanten
Wie Meister Midas den Apoll?

Sprich alter Hörnerträger!
Was ist scharmant an dir?
Schwarz bist du wie ein Neger,
Rauch bist du wie ein Zottenthier.

Mich liebt ein junger Sänger,
Fern im Teutonenland,
An ihn den Saitenschwinger
Knüpft mich ein ewig Liebesband.

Sie sprachs und husch! und wischet
Dem Räuber aus, er nach,
Von Amorn angefrischet,
Und hasc…

Das unentschlossene Mädchen

Im stillen denk ich oft bey mir,
Ein Mann ist seines Weibes Zier,
Er ist des Weibes größte Freude,
Und zum Vergnügen leben beyde;
Doch fällt mir auch daneben ein,
Oft ist der Mann des Weibes Pein,
Oft setzt er sie mit Fleiß in Flammen;
Zum Unglück leben sie beysammen.Sir Riechholz putzt sich nur aus Pflicht,
Er hat ein allerliebst Gesicht,
Zwey goldne Uhren in der Taschen,
Und immer volle Rosenflaschen;
Doch denk ich etwas weiter nach,
Was er vor einer Stunde sprach,
So ist ein schön geputzter Kopf,
Nichts, als ein leerer Narrentopf.Sir Reichmann hat, was stets gefällt,
Ein Rittergut, viel baares Geld;
Er kann von seinen Zinsen leben,
Und Geld auf Hypotheken geben;
Doch ist Sir Reichmann jung und schön,
Den Werth des Reichthums zu erhöhn?
Besitzt er auch der Seele Reize?
Nein, die bestehn nicht mit dem Geize.Sir Heilburg ist ein frommer Pursch,
Er spielt den heiligen Hanswurst,
Er fastet oft, und bethet immer,
Und ein Capellchen ist sein Zimmer,
Doch gibts noch manche Männerpflicht,
Die findet er im Cubach nic…

Dichtungen von Maria Mnioch bei ngiyaw eBooks

Dichtungen von Maria MniochHeute und morgen Abschluß des Specials mit vier weiteren Dichtungen und dem Faksimile Zerstreute BlätterBesuchen Sie ngiyaw eBooks

Alles kehret wieder, was wir geliebt mit reinem Herzen, was als gut und schön sich unserm Geist vermählte. Maria Mnioch, geb. Schmidt


Das unmenschliche Streben zum Ziel der Menschheit

Pygmalion und Elise

Launen des Himmels

Dir, an deinem Geburtstage (Den 13. Oct. 1796)




Bitte an die Weisheit.



Liebe.



Glaube.



Furcht und Hoffnung.



Trauriger Wechsel.



Kindesthränen.



Frühlingsabend.



Trübe Tage.

Maria Mnioch - Gedichte

An die K. R. R*b*s zu D. (In einem freundschaftlichen Andenkens-Briefe zum neuen Jahr 1797.)
Nimmer vergeß ich das Bild der weiblichen Anmuth und Würde,
Das in Dir ich erblickt, das vor der Seele mir schwebt.
Häusliche Grazie, sie des Lebens süße Gefährtin, –
O ihr köstlich Geschenk giebt sie so Wenigen nur! –,
Mit dem sanften Herzen die frohe Laune, den heitern
Geist des trauten Gesprächs, welches belehrt und erfreut;
Jene natürliche Kunst, die zu dem Größten mit Würde
Jetzt sich erhebt, und jetzt auch das Kleinste verschönt. –
Freundlicher Lebenssinn mit Lebensweisheit gepaaret,
O erreich’ ich dich nie, bleibst du doch ewig mein Ziel!


Nachschrift.
Statt eines Wunsches für Sie, verehrungswürdige Freundin, überreiche ich Ihnen hier einen Wunsch für mich selbst, oder besser, den Vorsatz meines Lebens. Sie entdecken vielleicht darin, wie sehr mein Herz Sie verehrt und leibt. Bleiben Sie uns noch lange, als das schöne Muster jüngerer Frauen. Wir bedürfen eines solchen Musters, und verdiene…