Donnerstag, 2. Dezember 2010

Helene Bender - Frühlingsnacht

Pierre Auguste Cot - Frühling



In des nächt'gen Schleiers Falten
Birgt der Lenz die jungen Glieder,
Dunkelheit und Schweigen halten
Jede Lebensregung nieder.
Durch den Tannenwald, den düstern,
Geht es nur wie leises Träumen
Und die Mondenstrahlen flüstern
Heimlich in den stillen Räumen.


Was der Tag in tausendstimm'gen
Mächtigen Akkorden sprach
Hallt die Nacht in angeriss'nen
Geisterhaften Tönen nach.
Und das Herz in stillem Sinnen
Scheint dem eignen Schlag zu lauschen
Und Erinnerung macht tief innen
Tausend Äolsharfen rauschen.


aus: Unsere Frauen in einer Auswahl aus ihren Dichtungen, Herausgegeben von Karl Schrattenthal, Verlag Greiner & Pfeiffer, Stuttgart, 1888, S. 19 f




Wilhelm von Chézy - Das Räthsel der schönen Unbekannten

Wilhelm von Chézy - Das Räthsel der schönen Unbekannten. Ein holdes Räthsel soll ich lösen, Und schon ist mir die Deutung klar, Ich weiß...