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Es werden Posts vom Januar, 2011 angezeigt.

Walter Benjamin - Die Katzen

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Geliebte voller Gluten und die strengen
Die Denker lieben in den reifen Stunden
Der prunken Katzen hochgemute Runden
Die fröstelnd so wie sie am Hause hängen


Der Weisheit freund und freund den großen Lüsten
Die Stille suchen sie und grauses Dämmern
Es hätte Erebos zu finstern Rennern
Erwählt die Stolzen wenn von Dienst sie wüßten


Im Sinnen wählen sie die edlen Lagen
Von Sphinxen die gestreckt im Öden ragen
Als hätte sie ein Traum in Schlaf gebannt


Von magischen Funken strotzen ihre Seiten
Und Zellen Goldes wie ein feiner Sand
In ihren runden Augen heimlich gleiten.


aus: Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band IV-1, edition suhrkamp, Frankfurt am Main, 1980, S. 74
(Übersetzung aus Fleurs du mal von Charles Baudelaire)

René Schickele - Grossstadtvolk

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Ja, die Grossstadt macht klein . . .
                     O, lasst euch rühren, ihr Tausende . . .
                     Geht doch hinaus und seht die Bäume wachsen:
                     Sie wurzeln fest und lassen sich züchten.
                     Und jeder bäumt sich anders zum Licht.
                     Ihr freilich, ihr habt Füsse und Fäuste,
                     Euch braucht kein Forstmann erst Raum zu schaffen,
                     Ihr steht und schafft euch Zuchthausmauern.
                    So geht doch, schafft euch Land! Land! Rührt euch!
                    Vorwärts! Rückt aus!«
                                                                                       DEHMEL




Mein, hier sollt ihr bleiben!
In diesen bedrückten Maien, in glanzlosen Oktobern.
Hier sollt ihr bleiben, weil es die Stadt ist,
Wo die begehrenswerten Feste gefeiert werden
Der Macht, und die blassmachenden Edikte erlassen werden
Der Macht, die wie Maschinen,
Ob wir wollen, oder nicht, uns treiben.
W…