Walter Benjamin - Die Katzen

Franz Marc - Drei Katzen


Geliebte voller Gluten und die strengen
Die Denker lieben in den reifen Stunden
Der prunken Katzen hochgemute Runden
Die fröstelnd so wie sie am Hause hängen


Der Weisheit freund und freund den großen Lüsten
Die Stille suchen sie und grauses Dämmern
Es hätte Erebos zu finstern Rennern
Erwählt die Stolzen wenn von Dienst sie wüßten


Im Sinnen wählen sie die edlen Lagen
Von Sphinxen die gestreckt im Öden ragen
Als hätte sie ein Traum in Schlaf gebannt


Von magischen Funken strotzen ihre Seiten
Und Zellen Goldes wie ein feiner Sand
In ihren runden Augen heimlich gleiten.


aus: Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band IV-1, edition suhrkamp, Frankfurt am Main, 1980, S. 74
(Übersetzung aus Fleurs du mal von Charles Baudelaire)

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