Felicia Hemans - Landung der Pilgerväter

George Henry Boughton - Pilgrims Going To Church



Wild schlagen die Wellen ans Ufer heran,
Und der Wind peitscht den wogenden Wald;
Da steuern Verbannte im schwankenden Kahn,
Und die Felsen zerschellen ihn bald.


Da öffnet sich ihnen die rettende Bucht,
Und sie landen getrost und voll Mut;
Sie landen, nicht Flüchtlinge scheu auf der Flucht,
Noch Krieger, die dürsten nach Blut.


Ueber’s Meer, durch den Wald  und zum Himmel empor,
Schallt ihr kräftiger froher Gesang.
Da brachen durch’s Dunkel die Sterne hervor,
Das war jeder Pilger Empfang.


Da waren Greise mit schneeweißem Haar,
Da waren Frauen voll Mut;
Was suchte die kleine, die herzhafte Schar?
Begehrte sie irdisches Gut?


O nenn’s ein Geweihtes, ein heiliges Land,
Das die Väter den Enkeln vererbt!
Es bleibe erhalten, was jene Schar fand,
In Freiheit und Recht unverderbt!


aus: Johann Heinrich Stepler, Feldblumen, Cleveland, Ohio, 1899, S. 85



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