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Es werden Posts vom März, 2011 angezeigt.

José Martí - Guajira-Lied aus Guantánamo

Spanischer Originaltext

Deutsche Übersetzung
Yo soy un hombre sincero,
de donde crece la palma,
y antes de morirme quiero
echar mis versos del alma.
Ich bin ein aufrichtiger Mensch
von da, wo die Palme wächst,
und bevor ich sterbe, möchte ich
mir meine Verse von der Seele singen.
Mi verso es de un verde claro
y de un carmín encendido.
Mi verso es un ciervo herido
que busca en el monte amparo.
Mein Vers ist von hellem Grün
und von entflammtem Rot
Mein Vers ist ein verwundeter Hirsch
der im Gebirge Zuflucht sucht
Cultivo una rosa blanca,
En julio como en enero,
Para el amigo sincero
Que me da su mano franca.
Ich ziehe eine weiße Rose heran,
im Juli wie im Januar,
für den ehrlichen Freund
der mir seine offene Hand reicht.
Con los pobres de la tierra
quiero yo mi suerte echar.
El arroyo de la sierra
me complace más que el mar.
Mit den Ärmsten der Erde
will ich mein Schicksal abwerfen.
Der Bach im Gebirge
erfreut mich mehr als das Meer.

Edwin Bormann - Der Froschkönig

DER FROSCHKÖNIG. HEINRICH VON MÜGELN.



Die Frösche sassen zins- und steuerfrei
In ihrem See. Da hub sich ein Geschrei
Aus ihren Kehlen hunderttausendtönig:
»Herr Jupiter, o gieb uns einen König!«
Der lachte drob in seinem Göttersaal;
Da schrien und jammerten sie abermal.
Und Jupiter in seiner Himmelshöh’
Griff einen Klotz und warf ihn in den See:
»Ist euch ein Herrscher allsosehr von Nöthen,
Nehmt Den als König hin, ihr Frösch’und Kröten!«
Zu Tod erschrocken war die ganze Schaar,
Sie tauchten bis zum sumpf gen Grunde gar;
Bald aber kam’s mit Quakquakquak hervor
Und klomm am milden Könige empor.
Und als sie nun auf seinen Schultern sassen,
Da klagten laut sie über alle Massen,
Und brüllten wehmuthsvoll und jammertönig:
»Herr Jupiter, gieb uns ’nen bessern König!«
»Steht euch der sanfte Herrscher nicht zu Sinn,
So nehmt den Storch von mir als König hin!«
So rief der hohe Gott voll Grimm und Galle;
Und König Storch verschlang die Frösche alle.


Drum: hast du einen sanften Herrn,
Sollst ihn darob nicht schelten,
Das…

Maoi Milalis - Sterben

Sterben
Schon lange kannten wir das Ende
Das kommen würde ohne Rast
Wir sahen es vor unsren Augen
Und harrten seiner ohne Hast


Doch so wie alles, wenns noch nicht ist
Dem Tatsächlichen nicht entspricht
So blickte ich unvorbereitet
Dem Tod ins blanke Angesicht


Dein letzter Wunsch, ich sollts erfüllen
Ich versprach’s, du bist mein Leben
So wie ich dich in Lust umarmte
Nähe sollte ich dir geben


Noch lange nach dem Tode
Hielt ich dich fest gedrückt
Ich werd es nie vergessen
ein letztes Mal beglückt


Doch dann sah ich die Blässe
Statt deines Lebens Rot
Ich konnt nicht von dir lassen
Und wünschte ich wär tot


* * * * * * * * * * * * *


Nach Jahren deiner Ferne
Fühl ich dich in den Armen
Doch spür ich keine Wärme
Der Tod kennt kein Erbarmen




Maoi Milalis copyrighted



Amy Lowell – Tagundnachtgleiche - Vernal Equinox

Tagundnachtgleiche

Der Duft von Hyazinthen liegt wie ein blasser Nebel,
liegt zwischen mir und meinem Buch.
Und der Südwind, der den Raum erfüllt,
lässt die Kerzenflammen beben.
Meine Gedanken fesselt ein Regenspritzer
auf dem Fenstersims,
und das junge Grün draußen in der Nacht
wird mir zur Qual.


Warum bist du nicht hier, mich zu umfangen
mit der Macht und Kraft deiner Liebe?


Übertragen von Maoi Milalis (copyrighted)


Vernal Equinox

The scent of hyacinths, like a pale mist,
Lies between me and my book;
And the South Wind, washing through the room,
Makes the candle quiver.
My nerves sting at a spatter of rain on the shutter,
And I am uneasy with the thrusting of green shoots
Outside, in the night.


Why are you not here to overpower me with your tense and urgent love?



Karl Gottfried von Leitner – Die schöne Brigitte

Die schöne Brigitte
Die schöne Brigitte, die Füsse bar,
Schweift irr durch die Nacht mit losem Haar.


Sie schweift durch die Nacht voll Jammer, und lauscht,
Was nahe hier wispert, was fern dort rauscht.


Die blitzenden Sterne bedrohen sie: »Du!
Wir standen hier Wache und sahen dir zu.«


Der Mond lacht hämisch: »Der See ist nass.
Drin seh’ ich es liegen; du weisst schon was.«


Sie schleicht durch die Au, und das Blümlein weint:
»Ich habe mit ihm zu spielen gemeint.«


Sie klimmt auf den Felsen, da mahnt das Moos:
»Ich hätt’ es so weich gebettet im Schoos.«


Sie läuft in den Wald; der flüstert: »Gescheit!
Nun brauchst du kein Bäumchen zur Weihnachtszeit.«


Sie springt davon, da krächzet ein Rab,
Ein schwarzer, ihr nach: »Kopf ab! Kopf ab!«


Sie rennt, und rennt durch Busch und Strauch,
Bis rauschet der See: »Nun hab’ ich dich auch!«


aus: Deutsche Lyrik der Gegenwart, herausgegeben von Ferdinand Avenarius, Louis Ehlermnann, Dresden, Zweite Auflage 1884



Maria Janitschek - Frühlingsnacht

Frühlingsnacht.

Auf den stillen Feldern träumt das Mondlicht
seinen weißen Traum und küßt die Blumen,
bis sie blaß und blässer werden. Silbern
glänzt der Teich im Tann; wie schneeige Schleier,
die versteckte Nixen von sich streifen,
blitzts auf seiner spiegelklaren Fläche.


Weiße Rauche dampfen aus den Thalen,
wo der Armut Hütten lichtverklärt sind
und vertraute Grüße lautlos wechseln
mit des kleinen Kirchhofs niedern Kreuzen ..


Weißer Friede, weißer weicher Friede –


aus: Maria Janitschek, Im Sommerwind, Verlag Kreisende Ringe, Leipzig, 1895



Mary Elizabeth Hewitt – Nach Sappho.

Nach Sappho

Wenn deinen Namen flüstern in dem leeren
Gemach, und nur bei dir zu denken sich,
Wenn nah dir seufzen, fern dir sich verzehren:
O, wenn Dies lieben heißt, so lieb ich dich!


Wenn bei dem leisen Gruß, von dir gesprochen,
Empfinden, wie die Gluth das Herz durchschießt;
Zurück dann wieder drängen all dies Pochen,
Daß seinem Jubel stumm der Mund verschließt;


Wenn athemlos auf deine Rede hören,
Daß schier vor Angst mein Herz zu springen droht;
Und, einsam, jedes Wort zurückbeschwören,
Als ruht' in ihm mir Leben oder Tod;


Wenn, angeschaut von dir, das Auge senken,
Und wie die Taube bebend neigen sich;
Wenn schlafend, wachend, ewig dein gedenken: –
O, wenn Dies lieben heißt, so lieb' ich dich!


aus: Lieder- und Balladenbuch amerikanischer und englischer Dichter der Gegenwart, Herausgegeben und übertragen von Adolf Strothmann, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1862



Felicia Hemans – Der Sonnenstrahl.

Der Sonnenstrahl.

Du weilst nicht allein in dem Königssaal,
Bringst überall Freude und Lust, o Strahl!
Bist Hoffnungsverkünd'ger dem Land und Meer —
Sag', was hat die Schöpfung, das gleich Dir wär'?


Du wallst auf der Flut, und der Ocean lacht,
Du umstrahlst die unzähligen Inseln mit Pracht;
Du umglühest die Schiffe, den flockigen Schaum,
Und erheiterst den Schiffer wie heimischer Traum.


In den heiligen Tiefen vom schattigen Hain
Strömst Du auch die grünen Arcaden hinein;
Die zitternden Blätter erhaschen die Glut,
Und spiegeln wie Funken sich hell in der Flut.


Ich blickt' auf die Berge, — ein Nebel schwebt'
Um die zackigen Höh'n, der sie schwarz umwebt';
Du brachst hervor, und die Nebelnacht
Ward Krone und Purpur voll Glanz und Pracht.


Ich blickt' auf des Landmann's niederes Haus —
Es sah wie umhüllet von Traurigkeit aus!
Doch ein Blick von Dir durch das Gitter bricht,
Und mit Schönheit umstrahlt es Dein magisches Licht.


Du leuchtender Gast, der die Wildniß begrüßt,
Die W…

Else Galen-Gube – Hymen.

Hymen


Am Horizont verglimmt des Tages Schein,
der Abend sinkt in satten Farbengluten;
im fernen West will sich der Tag verbluten,
wir beide endlich, endlich ganz allein.


Du schaust mir selig lächelnd ins Gesicht,
an meinen Wimpern siehst du Tränen hangen;
zwei heiße Zähren, die nach Zweifelsbangen
das Glück gebar. O das verstehst du nicht.


Lös nicht den Gürtel jetzt mir vom Gewand,
entweihe nicht die Heiligkeit der Stunde;
dein bin ich, dein aus tiefsten Herzensgrunde –
Komm, leg auf meine Stirn nur deine Hand.


Ich weiß, du hast dich ja nach mir verzehrt,
in wilder Sehnsucht, schweigend, ohne Klagen;
grausam bin ich – und doch, konnt ich denn sagen:
»Dein eigen sei, was du so heiß begehrt?«


Was blickst du so verstört, so starr mich an?
Nichts soll sich zwischen unsre Liebe türmen?
O du – – ich weiß. Du willst den Himmel stürmen ..
– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – 
So stürm ihn denn, du heißgeliebter Mann.


aus: Else Galen-Gube, Im Bann der Sünde, Gedichte, Thomas & Oppermann, (Ferd. Beyers …

Michail Eminescu – Die Vampyre

Die Vampyre


Im hohen Dom, erhellt vom Fackelscheine,
Ruht Chagan's schöne Braut auf einer Bahre;
Ihr Prachtgewand trägt viele Edelsteine,
Die Priester singen klagend am Altare.


Zur Erde fallen ihre goldnen Locken,
Die Augen liegen tief, doch trüb und leis
Zu lächeln scheint ihr Mund, schon bloß und trocken;
Ihr schönes Antlitz ist wie Kalk so weiß.


Und Chagan, der Avaren König kniet
Dort neben ihr, sein schwarzes Haar ist wirr.
Verzweiflung aus den blut'gen Augen sieht;
Drei Tage spricht er, thränenlos, wie irr:


»Ich war als Kind schon stolz; das Rund der Erden
Vom Tannenhochwald aus mein Blick verheerte.
Von Kaisern, Welten wollt' ich Herrscher werden
Und maß der Wolga Tiefe mit dem Schwerte.


Dem Bienenschwarm glich meines Volkes Schaar,
Dem ich ein Halbgott schien; bei meinem Nahen
Das Weltall bis zum Pol voll Schrecken war,
Und auch die Wüsten flieh'nde Völker sahen.


Denn Odin war es, der aus eis'gem Dom
Gesandt die Völker, die nach blut'gen Zeichen
In tausend Schwärmen eilten geg…

Theodor Vulpinus – Liebeslust.

Liebeslust  (Nach Christian von Hamle.) 


Von schönen Leibes
Armen umfangen
Ans Herz gedrückt, wie wohl das thut!
Von lieben Weibes
Rosigen Wangen
Ein minnig Lachen, wie höht's den Mut!
Du magst nicht sprechen zur selben Stund’,
Nur küssen, nur küssen den süssen Mund!


Vier Augensterne,
In Liebesflammen
Leuchtend, beschämen der Sonne Licht
Vier Arme, gerne
Geschlungen zusammen,
O Eisen und Stahl wohl eher zerbricht!
Zwei Herzen wonnig gerückt sich nah’,
Kein Blatt mehr findet ein Plätzchen da!


aus: Die zehnte Muse, Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl, Herausgegeben von Maximilan Bern, Verlag von Otto Elsner, Berlin, 1904



Dukai Takách Judit - Visszaemlékezés

Visszaemlékezés

Oh mért nem hagysz el engemet
Búsító emlékezet!
Te dúlod fel életemet –
Morc képed sírba vezet.
Te zúzod össze szívemet,
Te tiprod el víg kedvemet,
Te munkád, hogy életem
Zokogva szemlélgetem.


Ha mint hajdan víg napjaim
Most is kéjjel folynának,
Vagy emlékezo gondjaim
Megpihenni hagynának:
Dicsérnélek, áldanálak.
De hajh! szívem bánatjának
Csak a csendes boldog sír
A várt engesztelő ír.


Elhúnyt, boldog, víg esztendők,
Melyekben gyermek voltam:
Akkor, hogy ily komor idők
Legyenek, nem gondoltam.
Nem kerültem a rossz nyelvet,
Nem álmodtam veszedelmet;
Szívem nem ismert határt –
Mindenhol új öröm várt.


Majd ismét, hogy felserdültem,
S szívem érezni kezdett,
Jobban-jobban eszesültem
S a barátság élesztett:
Magam boldognak éreztem,
Mindent jónak, szépnek néztem
S azt mondám, hogy e világ
Mennyből hullott gyöngyvirág.


Ami szép, jó, nagy és hasznos,
Arra törve siettem,
Amennyire még hiányos
Elmémmel felérhettem.
Mindezekért csak azt nyertem,
Hogy boldog mégsem lehettem,
Mert hol annak mondatom,
Leginkább nő bánatom…