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Edwin Bormann - Der Froschkönig

Frosch und Storch, Lithographie um 1880



DER FROSCHKÖNIG.
HEINRICH VON MÜGELN.




Die Frösche sassen zins- und steuerfrei
In ihrem See. Da hub sich ein Geschrei
Aus ihren Kehlen hunderttausendtönig:
»Herr Jupiter, o gieb uns einen König!«
Der lachte drob in seinem Göttersaal;
Da schrien und jammerten sie abermal.
Und Jupiter in seiner Himmelshöh’
Griff einen Klotz und warf ihn in den See:
»Ist euch ein Herrscher allsosehr von Nöthen,
Nehmt Den als König hin, ihr Frösch’und Kröten!«
Zu Tod erschrocken war die ganze Schaar,
Sie tauchten bis zum sumpf gen Grunde gar;
Bald aber kam’s mit Quakquakquak hervor
Und klomm am milden Könige empor.
Und als sie nun auf seinen Schultern sassen,
Da klagten laut sie über alle Massen,
Und brüllten wehmuthsvoll und jammertönig:
»Herr Jupiter, gieb uns ’nen bessern König!«
»Steht euch der sanfte Herrscher nicht zu Sinn,
So nehmt den Storch von mir als König hin!«
So rief der hohe Gott voll Grimm und Galle;
Und König Storch verschlang die Frösche alle.


Drum: hast du einen sanften Herrn,
Sollst ihn darob nicht schelten,
Dass du nicht kommest wie der See
In Leid und Weh.
Der Freiheit und dem ersten Herrn
Folgt Bessres wunderselten.


aus:Edwin Bormann, Klinginsland, Minnelieder und Spielmannsweisen, Edwin Bormann's Selbstverlag, Leipzig, 1891




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Albert Möser - An den Tod

An den Tod.
Im Lärm des Tages sind sie starr befangen:
Seht an die Jagd, die stürmisch-ruhelose,
Mild rast der Schwarm, dem Nichts vermag zu wehren;
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Nach ird’schem Wohl steht einzig sein Verlangen,
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Genuß! heißt ihr Begehren,
Der winkt und lockt sirenenhaften Klanges
Und bändigt ganz der bebenden Gedanken;
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Am Staube seht ihr durst’gen Sinns sie kleben,
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Schaffst du…

Ludwig Thoma - Sexuelle Aufklärung

Sexuelle Aufklärung

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aus: Ludwig Thoma, Kirchweih, Simplicissimus-Gedichte, Albert Langen Verlag, München, 1912



Edgar Steiger - Nächtlicher Ritt

Edgar Steiger - Nächtlicher Ritt


Ich bin der Sturm, der über dich braust,
Du schönste der Edeltannen.
Ich halte dich fest in krampfender Faust
Und trage dich hurtig von dannen.

Schweratmend ruhst du, selig glühende Frau,
Auf meinen bebenden Armen.
Aus deinen Haaren küss' ich den Tau,
Und fühle ein wildes Erwarmen.

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Der rieselnde Mainachtsregen,
Und die Liebe überschauert dich lind
Mit ihrem süßesten Segen.

Und wärst du der Teufel und wärst du der Tod,
Ich will dich umschlingen und pressen
Und das lachende Glück und die wimmernde Not
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Aus: Chorus eroticus, Neue deutsche Liebesgedichte, Herausgegeben von Karl Lerbs, Rainer Wunderlich Verlag, Leipzig, 1921