Julius Meier-Graefe - Katzenschlauheit.

Franz Marc - Katze


Katzenschlauheit.

Eine Fabel.

»Ei,« sprach die Katze zu der Maus,
»Du hast im Keller Speck gestohlen,
Soll dich doch gleich der T . . . . . holen!
Zur Strafe dienst du mir zum Schmaus!« —
Die Katze hatte kaum gefressen
Die Maus, da rannte wie besessen
Zur Küche sie, und als sie fand,
Daß niemand ihr im Wege stand,
Riß sie vom Tisch die schönste Taube
Und rannte fort mit ihrem Raube. —
Und die Moral von der Geschicht’:
Der große hängt den kleinen Wicht.


aus: Julius Meier-Graefe, Gedichte, Ed. Wartig Verlag (Ernst Hoppe), Leipzig, 1885, S. 36



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