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Amalie Senninger - Lenzbauern Sepp’s Abschied (August 1914)

Franz Defregger - Bauernbursch



Lenzbauern Sepp’s Abschied (August 1914).

Du liabs kloans Häuserl,
Ihr Bamerl rundum,
Ihr Gockerl, ihr Henderl,
Was seidst denn so stumm?
Ihr Täuberl am Dacherl,
Geh, redst do mit mir!
Mei Herz is so trauri,
Is gar nimmer hier!


            Der Kaiser, der braucht mi,
            Dös woaß i schon gwiß,
            Der braucht meine Faust,
            Will er nei nach Paris.

Muata, pfüat Gott!
In der weißputzt’n Stubn
Tauchts no amal d’Finger
Im Weihbrunn herum.
Machts Kreuzerl aufs Hirn mir
Und oans auf die Brust;
Daß i no kunt woana,
Hab i schier nimmer gwußt!

            Der Kaiser, der braucht mi,
            Dös woaß i schon gwiß,
            Der braucht feste Schädel,
            Will er nei nach Paris.

Und pfüat di Gott, Nannerl,
So sauber, so rund,
Koa anderes Goscherl
Küßt jemals mei Mund.
Is der Kaiser erst firti
Mit’n Kriag, wirst mei Wei,
Und bin i a a Krüppl,
G’heirat wird glei!

            Aber z’erst braucht mi der Kaiser,
            Dös woaß i ganz gwiß,
            Denn a boarische Hax’n
            Spannt weit nach Paris.

Holt’s a Gselchts iatzt vom Rauchfang,
Vergeßt’s nur net fein,
Steckts a Gweichts geng an Teufel
Hinter d’Stalltür a nein!
Sonst wüßt i nix weiter,
Mi zuckts in der Hand,
Daß i gern an der Flint’n
Den Hahn scho hält g’spannt!

            Herr Kaiser, iatzt kum i,
            I hilf, dös is gwiß,
            Wir ziagn mitanander
            Hinein nach Paris!

aus: Amalie Senninger, Kriegslieder, Verlag Carl August Seyfried u. Comp., Carl Schnell, München, 1915



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Albert Möser - An den Tod

An den Tod.
Im Lärm des Tages sind sie starr befangen:
Seht an die Jagd, die stürmisch-ruhelose,
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Pierre Louys - Rosen in der Nacht

ROSEN IN DER NACHT


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mich nicht davon berauscht gefühlt.

Aus: Pierre Louys, Lieder der Bilitis, Übertragen von Richard Hübner, J. Zeitler Verlag, Leipzig, 1901. Illustration von George Barbier

Edgar Steiger - Nächtlicher Ritt

Edgar Steiger - Nächtlicher Ritt


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Aus deinen Haaren küss' ich den Tau,
Und fühle ein wildes Erwarmen.

Warm über die zuckenden Glieder rinnt
Der rieselnde Mainachtsregen,
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Mit ihrem süßesten Segen.

Und wärst du der Teufel und wärst du der Tod,
Ich will dich umschlingen und pressen
Und das lachende Glück und die wimmernde Not
Und die eigene Seele vergessen.


Aus: Chorus eroticus, Neue deutsche Liebesgedichte, Herausgegeben von Karl Lerbs, Rainer Wunderlich Verlag, Leipzig, 1921