A. De Nora - Lied der reitenden Artollerie

Lied der reitenden Artollerie

Kamerad, was tut denn so brausen
Ueber’s Feld, daß die Leute ergrausen
Und denken, die Welt geht zu End’?
Das ist kein Donnern und Blitzen,
Das sind’s mit Roß und Geschützen,
Die vom Artollerie-Regiment.

Die »fahrende« hupft wie die Flöhe,
Auf den Protzen da lupft’s in die Höhe
Jeden Mann im Galopp einen Schuh —
Herentgegen die »reitende« sitzet,
Wann der Dreck und Funken auch spritzet,
Im Sattel und lachet dazu.

Hurriöh, wann wir kommen geprasselt
Auf den Feind, wie das rumpelt und rasselt!
Doch ein Ruck — und auf einmal wird’s still!
Aber bald, so geht’s los wie der Teufel
Und es fragen den Feind: »Hast ’n Zweifel?«
Die Kanonen mit lautem Gebrüll.

Und sie warten nicht lang und sie schmeißen
An den Kopf ihm das glühende Eisen,
Daß er winselnd sinkt in die Knie — —
Hurra hoch! Die Schlacht ist gewonnen!
Und das macht halt mit ihren Kanonen
Die reitende Artollerie!



aus: Liebe und Trompetenblasen, Lustige Soldaten- und Kriegslieder aus alter und neuer Zeit, Herausgegeben von Fritz Wolff, Georg Müller Verlag, München und Leipzig, 1914




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