Hermann Sternbach - Gib deine Lippen mir, daß ich die Süße trinke

Gustav Klimt - Schwebender Akt vor dunklem Hintergrund


Gib deine Lippen mir, daß ich die Süße trinke,
die trunken macht,
weil sie vergessen lehrt
und alles um uns rückt in Traum und Nacht.


Gib deiner brüste scheues Wunder mir —
sie fiebern noch in Sehnsucht und sie warten
der Schmeichelhände,
wie reife Früchte sommers in dem Garten.


Gib deinen Leib mir: seine jede Rundung
ist eine Seele, ist ein Offenbaren
und eine Heimlichkeit, an tiefen, süßen Lüsten
so reich als wie der Wald von deinen Glutenhaaren.


aus: Hermann Sternbach, Sommerfeier, Wolf von Kornatzki, Der Weckruf-Verlag, Weimar, 1918
Hermann Sternbach (1880 - (1940/42 ?))



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