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Es werden Posts vom August, 2011 angezeigt.

Kazinczy Ferenc - Ihr Bild

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Ihr Bild

Der Morgen wecket mich; mein höchstes Gut,
Ihr göttlich Bild tritt meinem Aug' entgegen.
Wie bebt mein Herz in süssen Liebesschlägen,
Auf lodert flammenhell die alte Gluth.


»Sie ist's, sie ist's!« so ruft mein wallend Blut.
Ich küss' die Luft, als wäre sie zugegen,
So sprach, so ging sie, so war ihr Bewegen,
So sank ans Herz sie mir voll Liebesmuth.


Wie einst mit Ihr, beginn' ein Flüstern ich
Jetzt mit dem Bild; verborgen, neckend, süss;
Nun holden Streit, nun Worte lieb und mild.


Bis ich diess treibe, hebt die Sonne sich,
Schickt durch die Jalousieen ihre Grüss',
Umstrahlt mit Himmelsglorie das Bild.


(Übersetzung von Graf Mailath)


Aus: Blumenlese aus ungrischen Dichtern in Übersetzungen von Gruber, Graf Mailath, Paziazi, 
Petz, Graf Franz Teleki d. Jüng., Tretter u. a., Gesammelt und mit einer einleitenden Geschichte
der ungrischen Poesie begleitet von Franz Toldy, Pesth und Wien 1828





Rosa Maria (Assing) – Das seltene Blümchen

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Das seltene Blümchen.
O Mädchen, sprich, was suchest du Wohl auf der duft'gen Au? Ich sah der Blumen mancherlei, Die glänzen schön im Thau.
Doch gehest du die Blümelein Ja allesammt vorbei; So laß mich wissen liebes Kind, Was denn dein Suchen sey?
»Ich suche wohl, und find es nicht, Ein Blümchen wunderschön, Ich sucht' es schon im dunkeln Wald, Im Thal und auf den Höh'n.«
O sag', wie heißt das Blümchen denn, Das deiner Wünsche Ziel? Wer weiß, ich zeig' es dir vielleicht, Ich kenn' der Blumen viel.
»Vergebens sinn' ich, wie es heißt, Wie Mutter es genannt, Ich hörte nur, wie sie's beschrieb, Da bin ich fortgerannt.
Das Mädchen, das dies Blümchen fand, Das preise hoch sein Glück, Dies Blümchen schützt als Talisman In Noth und Mißgeschick.«
O hör', mich dünkt, ich hab' es schon, Da blühet rosenroth Ein wunderbares Blümlein auf, Das lindert Weh und Noth.
Es blühet freundlich Jedem auf Im Lebens-Frühlingsschein; Mag nicht das, was die Mutter meint, Das Blümchen Liebe seyn?
Das Blümc…

Vasile Alecsandri – Du wunderschönes Mägdlein

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Du wunderschönes Mägdlein.

Du wunderschönes Mägdlein,
O sag'! wo kommst Du her?
Mit Deines Mundes Lächeln,
Mit Augen, hell und hehr?


Trug Dich ein sel'ger Engel
Aus aller Himmel Glück,
Und ließ hier auf der Erde
Als Freude Dich zurück?


Du bist ein helles Leuchten,
Ein goldnes Märchen fein,
Ein Traum von Seligkeiten,
Ein Engel hoch und rein.


Vom Himmel bist ein Wunder!
Und Deine Stimme weht
Um mich in böser Stunde,
Als heiliges Gebet.


aus: Das Buch der Liebe, herausgegeben von Heinrich und Julius Hart, Verlag von Otto Wigand, Leipzig, 1889, S. 445 f. Aus dem Rumänischen übertragen von Carmen Sylva


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Anna Behrens-Litzmann – Sommermittag

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Sommermittag.
Die Kastanien blühen wieder,
Und geschmiegt in seiner Wälder Hut
Trägt des Flusses silberblanke Flut
Leichte Kähne auf und nieder.
Hier und da ein Segel leuchtet,
Von dem Regen noch befeuchtet,
Der aus grauer Wolke fiel
Zwischen heitrem Sonnenspiel.
Friedlich tauchen aus dem klaren Spiegel
Rings der Dächer rote Ziegel,
Unter denen wie im Mittagsschlummer
Grau und still die Häusermasse ruht.


Tiefer lenk' ich meine Schritte
Nun hinein ins dichte Schattengrün
Um der Hänge duftend Blühn,
Klein mich fühlend
In der Riesen Mitte,
Die mit dunklen Stämmen stehn
Und mir fremd ins Auge sehn.
Ja, es ist, als ob mich litte
Diese hehre Einsamkeit
Nur als ungeladnen Gast,
Nur zu kurzer Wegerast.


Doch wie sie nun leise flüstern,
Jene Träumer, jene Weisen,
Scheint's, als lob in stillen Kreisen
Uns sich nahe ein Verstehn,
Ja, als ob die Bäume wüßten,
Daß sie mir erzählen müßten,
Was sie hören, was sie sehn.


Und so schreit' ich tief versonnen,
Fern dem heute, nur umsponnen
Von vergangenem Geschehn,
Und getragen…

Johann Gaudenz von Salis-Seewis - Abendsehnsucht

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Abendsehnsucht.

Wenn der Abend sich senkt, flieh’ ich die laute Stadt, Und durchwandere stumm feuchtes Gefild’ umher, Voll die Seele von Sehnsucht Und voll süßer Erinn’rung.
Safranfarbiger Schein rändert den Horizont Und durchglüht das Gebüsch, welches den Hügel kränzt, Wo die stöhnende Windmühl’ Ihren langsamen Flügel wälzt.
An die Schleusen gelehnt, schau ich den Weidengrund, Frisch von perlendem Thau, und wie des duftenden Reps gelbblühende Felder Noch ein röthender Nachschein färbt.
Nur der Emmerling zirpt oben im Erlenstrauch; Stille waltet umher auf dem umbüschten Dorf, Das der krähende Haushahn Und aufwallender Rauch verräth.
Frischer dünstet der Tau; tiefere Dämmerung Spannt den trübenden Flor über die Fernung hin. Wo die Formen vernachten, Weilt hinstarrend der lange Blick.
Länder dehnen sich dort hinter der Fläche Rand: Aber die trennende Nacht füllet den weiten Raum Hin zu meinen Geliebten,                    Und die Thräne der Sehnsucht rinnt.
Aus: Blumenlese aus den neuen Schweizerischen Dichtern…

Johann Gaudenz von Salis-Seewis - Der Garten des Lebens

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Der Garten des Lebens.


Der Garten des Lebens
Ist lieblich und schön!
Es keimen und sprossen,
Auf lachenden Höh’n,
In Tagen des Lenzes
Der Blüthen so viel!
Da treiben die Weste
Manch fröhliches Spiel!


Ihr Spiel in den Wellen
Des Grases ist schön!
O! sieh! wie die Blumen
Im Winde sich dreh’n!
Sie biegen die Wipfel,
Die Kelche so blau,
Und schütteln vom Wipfel,
Vom Kelche den Thau.


Und Quellen der Freude,
So lieblich und hehr,
Durchwässern den Garten
Und rieseln einher.
Sie tanzen in Bächen
Durch Blüthen dahin,
Durch Blüthen des Maies
Und murmeln und flieh’n.


Doch währt es nicht ewig,
Der Frühling entflieht.
Die Blumen sind all’, eh
Wir wähnten, verblüht,
Das duftende Veilchen
Es duftet nicht lang;
Und welkt es, dann wird’s mir
Im Busen so bang!


Noch blühet der Garten,
Noch säuselt der Wind
In Zweigen und Blüthen,
So kühlend, so lind!
Und führet in Kreisen
Den Maiduft umher!
Noch blühet der Garten
So lieblich und hehr!


Doch weh! wenn der Herbstwind
In Zweigen sich regt,
Die Bäumchen entblättert,
Die Blüthen zerschlägt!
Wenn sinken …

Nina Camenisch - Der Heinzenberger Grat und Versam

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Der Heinzenberger Grat und Versam.
Wie schön von dieser Alpenhöh’
Malt sich das weite Land!
Doch steh’ ich hier in stillem Weh,
Den Blick dorthin gewandt.


Denn jenes kleine Dörflern nur
Füllt meine Seele ganz;
Dort blüh’n so lieblich Baum und Flur
Im dunkeln Waldeskranz.


Dort steht das Haus, wo rosig mir
Der Kindheit Traum entflog;
Zu dem es mich so oft von hier
Mit heißem Sehnen zog;


Wo treue Liebe mich gepflegt.
Die nun im Grabe ruht.
Auf jenem Friedhof, dicht umhegt
Von gold’ner Aehren Fluth.


Du Raum, wo ich als Kind gespielt,
Sei mir gegrüßt von fern!
Du, meiner ersten Heimat Bild,
Bist meines Lebens Stern,


Bist meine Welt, mein Paradies,
Willst du mein Grab auch sein?
Hier muß selbst Todesruhe süß
Wie sanfter Schlummer sein.


Aus: Blumenlese aus den neuen Schweizerischen Dichtern, Herausgegeben von Heinrich Kurz, Verlag von Friedrich Schultheß, Zürich, 1860






Clara von Dincklage - Ick un use Trienke

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Ick un use Trienke. (Lingener Mundart.)

Wat use Vater is, der mennt
»So’n Sönndag nümp doch gar kien End.«
Sien Werkeldag schnitt sülwst he tau:
Des Morgens laat, un’s Avends frau.


Well mit de Sünne up stahn mutt
Un werket hen tau Düstern futt,
Setz Dage fliedig allebott,
Denn ward de Rösttiet mangs tau kott.


För mien Sinn iß’t Leifhäbberei
An’n Sönndagnamiddag tau twei
Hen dör de Felder kaiern gahn,
Tau sein, wo use Früchten stahn.


Ick mit de Piepe as en Heerrn
Alltiet en Trä of twei in’t vörn.
Un use Trienke achter her
Den schmallen Fautpatt in de Föhr.


Uem Pingsten, wenn dat Reuwesaat,
Un naas de Flaß in Blaumen staht,
Seg miene Frau, heil blied un stolt:
»Dat latt as Hemmelblau un Gold.«


Dat is nu Fraulue Proberei,
Ik bün tau’n Lütge-Pan’kauk mei
Wenn dei so zissed, is de Köke,
Un’t heile Hus, vull seuten Röke.


Na Allerhilgen legt an’t Weel
Us’ Trienke Flaß, so schmeu un gäel
As spünn se von er eigen Haar,
Um Ostern is dat Linnen klar.


Wie goht uk na de Wiske tau
Dor weidet use beste Kau
Röp Trienke: Raumännken …