Montag, 5. September 2011

Nikolai Graf Rehbinder - Traum

Henri Rousseau - The Dream - The original photograph on Flickr was taken by Stephen Sandoval
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Traum.


Schwarz war die Nacht, — fern hallt der Glocke Ton.
Der Schlummer floh mich, der mich oft gefloh’n:


Bis endlich sein ersehnter Pfeil mich traf —
Ein seltsam Traumbild störte meinen Schlaf:


Es trat, mit Purpurblumen in der Hand,
Mein todtes Kind an meines Bettes Rand


Und sprach, indem es mir die Blumen bot:
»Ich lebe, aber siehe, du bist todt!«


In jähem Schrecken bin ich da erwacht, —
Der Tag brach an — doch in mir blieb es Nacht.


Aus: Das Baltische Dichterbuch, Eine Auswahl deutscher Dichtungen aus den Baltischen Provinzen Rußlands, Herausgegeben von Jeannot Emil Freiherrn von Grotthuß, Verlag von Franz Kluge, Reval, 1895




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Wilhelm von Chézy - Das Räthsel der schönen Unbekannten. Ein holdes Räthsel soll ich lösen, Und schon ist mir die Deutung klar, Ich weiß...