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Es werden Posts vom Oktober, 2011 angezeigt.

Inge von Holtzendorff - Ich sehe dich

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Ich sehe dich
Ich sehe dich,
Meine Augen tränken sich
Vom Licht deiner Schönheit,
Ganz hingelöst
Bin ich in deiner Stimme lieblichen Laut.


Ich kenne dich nicht,
Nur wie ein Schmetterling
Träumend im Fluge über Blumen streift,
Rührt meine Seele an die deine, bewegt
Von künftiger Liebe.


aus: Unser Pommernland [Ausgabe unbekannt]




Bitte beachten Sie, daß die Werke von Inge von Holtzendorff dem Urheberrecht unterliegen – alle Rechte daran liegen bei den Erben.
© 2007/2011 ngiyaw eBooks für diese Veröffentlichung.



Inge von Holtzendorff - Sturm der Liebe

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Sturm der Liebe
Sturm der Liebe bricht in mein Herz,
Rauschend fahren auf die Wipfel meiner Bäume;
Schlaf auf den Zweigen lagerte schweigend und schwer,
Aber im Sturme schütteln sich brausende Wipfel.


Und es tropfen, langsam rinnend und groß,
Dunkle Tränen aus den erschütterten Zweigen.


Dann aber schweigt der Sturm und die Bäume schweigen,
Wieder liegt Schlaf auf den Wipfeln dunkel und schwer.



aus: Unser Pommernland, [verm. 6 Jg. 1921 Heft 3 S. 55]


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Inge von Holtzendorff – Ich reite durch den Wald

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Ich reite durch den Wald …
Ich reite durch den Wald und der Wald ist weit,
und mein Panzerhemd ist schwer,
ich reite durch den Wald und der Wald ist weit.


Winters sind alle Wege im Wald verschneit,
im Sommer rinnt der Regen sehr.
An meiner Lanze fressen Regen, Rost und Tau,
ich trage meine Lanze immer noch behutsam wie eine müde Frau.


Ich reite durch den Wald und der Wald ist weit,
die Stämme stehen steil und drohend um mich her,
sie stehen hoch wie Säulen, feindlich, streng und schmal.
Wie ein Narr reit ich in dem Wald herum!


Fahl ist der Wald – fahl.
Warum reite ich so, warum reite ich so, warum? –
Irgendwo ist der Gral!


aus: Unser Pommernland, 6 Jg. 1921 Heft 3 S. 64



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Hans Much - Das Lebenswerk

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Das Lebenswerk.

Klarfrische jugendfreie Frühlingsluft
Durchzieht die Welt mit wonnesamem Duft.
Und bringt voll Kosens in ein stilles Zimmer
Zu einem Greis in weißer Locken Schimmer.
Schön ist sein Antlitz. In den glänzend feuchten
Tiefblauen Augen ruht ein klares Leuchten,
Und glänzt, als schaut es fernes, schönes Land.
Auf einem Buche ruht die kräftige Hand,
Und, wenn die Sonnenstrahlen drüber flittern,
Rinnt durch die Hand ein ahnungsscheues Zittern.
Er hat das Buch in mancher Nacht geschrieben:
Sein Lebenswerk. Sein Wollen, Streben, Lieben.
Den Blick dem Sonnenlichte zugewendet
Seufzt er aus tiefster Brust und jauchzt: . . »Vollendet!


Mein Abend naht, er naht in höchster Klarheit.
Mein Sehnen und mein Lieben galt der Wahrheit.
Nun legt sie mir, umhaucht vom jungen Lenze,
Mit reiner Hand um meine Stirn die Kränze!
Wohl war ich ihr ein nimmermüder Krieger.
Die Arbeit ist getan. — Ich bin der Sieger!«


Da, wie er so ins Licht schaut, unverwandt,
Berührt ihn leise eine weiche Hand.
Und vor ihm steht, von warm…