Rudolf von Delius - Katharina

Rudolf von Delius - Katharina


Eligiusz Niewiadomski - Angel of love


Ich will ja nicht deiner Seele wehe tun,
zarte, geistliebe Frau,
aber ich brauche deiner Glieder warmes Pulsen doch
— geschlossenen Auges — brauche deiner Knie
hingebend süße Willigkeit.

Du magst lächeln, aber mein Herz pocht so
und verrät mich sonst an die Sinnenhölle,
daß ich ganz schlecht werde vor Flammenqual.

Gute, Stirnhelle — das schwere Dunkelspiel
deiner starken Seele klingt wieder an
und siegjubelnd reichst du mir treu die Hand.
»Bändigung« Aber du, ich bin ganz dein:
und auch deine Brüste, du, gehören zur Seele
und nur dein Schoß ist so wunderstill.


*

Gibt mir dein Auge nicht die alte Lösung?
Da quirlt es heiter in Champagnerlust
(zerplatzend Schmetterlings-Sinnenglück),
doch alles wird lichtstrudelnd breit durchleuchtet
vom tiefen Goldglanz deiner Seelengüte.


Aus: Chorus eroticus, Neue deutsche Liebesgedichte, Herausgegeben von Karl Lerbs, Rainer Wunderlich Verlag, Leipzig, 1921

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ludwig Thoma - Sexuelle Aufklärung

Albert Möser - An den Tod

Claire Morgenstern - Mich treibtʼs zu suchen